Knapp 280 000 Einwohner leben in der westfälischen Stadt Münster im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Das Münsterland grenzt im Süden an das Ruhrgebiet, dessen Metropole Dortmund von Münster aus gut erreichbar ist. Das niedersächsische Osnabrück ist in nördlicher, Bielefeld in westlicher Richtung die nächstgelegene Großstadt. Durch seine geographische Lage unterhält Münster traditionell gute Beziehungen zu den Niederlanden.
Das Zentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe weist Münster als Verwaltungsstadt aus. Die Rentenversicherungsanstalt, Industrie- und Handwerkskammern und die Standesvertretungen der Ärzte und Apotheker unterstreichen die administrative Rolle des westfälischen Oberzentrums. Die Westfälische Wilhelms-Universität ist eine der renommiertesten Lehranstalten Nordrhein-Westfalens. Überregionale Bedeutung kommt auch der angegliederten Universitätsklinik zu. Mit diversen Versicherungsunternehmen wie der Westfälischen Provinzial und der LVM sowie großen Bankinstituten ist Münster auch ein wichtiger Standort der Finanzwirtschaft. Die Stadt ist darüberhinaus Bischofsitz und mit zahlreichen kirchlichen Institutionen Mittelpunkt des katholisch geprägten Münsterlandes. Industrieunternehmen sind hingegen nur spärlich vertreten und werden durch kleinere Niederlassungen der Chemiebranche wie BASF und Brillux Farben repräsentiert. Wegen der geringen Industriedichte ist in den letzten Jahrzehnten auch die Bedeutung des Münsteraner Binnenhafens am Dortmund-Ems-Kanal rückläufig. Der Tourismus spielt in der Stadt des Westfälischen Friedens eine eher kulturelle Rolle. Mit ihrem hervorragend ausgebauten Radwegenetz gilt Münster als Hauptstadt der Radfahrer in Deutschland.
