Neumünster liegt in Schleswig-Holstein und hat 77 900 Einwohner. Im Jahr 1125 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet, seit dem Jahr 1870 Stadt. Neumünster liegt im Bereich der jungglazialen Sanderebene an der Schwale, einem Nebenfluss der Stör, und verdankt den entscheidenden Anstoß zu seiner späteren Entwicklung der Textilindustrie, deren Anfänge als Tuchmachergewerbe bis ins 17. Jh. zurückreichen. Beim Ausbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jh. wurde Neumünster der wichtigste Bahnknotenpunkt in Holstein, von dem nach allen Richtungen (Hamburg, Heide, Rendsburg, Kiel, Plön, Bad Oldesloe, Bad Bramstedt) Bahnlinien ausstrahlen. Neben die Textilindustrie trat zu Ende des 19. Jahrhunderts als zweites die Stadt bestimmendes Gewerbe die Lederindustrie. Dadurch entwickelte sich Neumünster bald zur ausgeprägtesten Industriestadt in Schleswig-Holstein. Mehrere Luftangriffe zu Ende des II. Weltkrieges zerstörten ein Drittel der Stadt. Der Wiederaufbau ist indes weit fortgeschritten, und die wirtschaftliche Grundlage konnte durch Neuansiedlung weiterer Industrie, darunter mehrerer Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten, ausgedehnt werden. Die tragenden Säulen der Industrie von Neumünster sind die Tuchfabrikation, die Ledererzeugung und eine vielfältige metallverarbeitende Industrie mit über 3000 Beschäftigten. Das größte Werk ist ein Betrieb der Elektroindustrie. Außerdem ist Neumünster Standort eines Bahnreparaturwerkes sowie Garnison.
